Nach dem Muttertag

Es ist wieder Ruhe eingekehrt nach dem Muttertag. Für die Frau gab es Pralinen, Herzchen, Gutscheine, pink-rosa Blumenmuster-Taschen und „eine Jacke dazu“ und „weil Du sie liebst“-Düfte.

Auch der Film „Embrace“ ist da. Da geht es um die Idee, dass jeder Körper schön ist. Egal wie man aussieht.

Das zeigt, dass unsere liebe globale Konsumindustrie noch kein Konzept für die moderne Frau hat. Auch die Medien haben kein Konzept, wie man mit uns umgeht. Daher teilt man die Zeitschriften für Frauen in drei Gruppen:

– ich konsumiere bio, vegan, original, fair-trade und bin so wie ich bin und mir ist alles Banane
– ich konsumiere sehr aktiv Kosmetik, Luxus, ich bin Schocko-Shopoholic
 – ich konsumiere TV und lese Quatsch, ist mir egal, bin müde 

Ich habe mir die FMag gekauft – kostete nicht viel, Politik, Lametta, nur drei Werbeanzeigen und zwei davon zu Autos…

FMag/ Brigitte

Ich dachte, die brechen die Regeln. Aber nein, wieder nicht. Es sieht für mich aus wie eine Studenten Zeitung  aus den 70-ger. Drittes Semester Politikwissenschaft. 

FMag / Brigitte

Die Zeitschrift sieht für mich so aus, als ob sie absolut nicht „mädchenhaft“ sein will. Ich denke, beim Schreiben sind mehrere Lieblingsplüschtiere gestorben. Und die Glitzer-Kulis kamen auf den Scheiterhaufen.

Auf jeden Fall sieht es für mich nicht sehr feministisch und not real aus.

Ist das Feminismus? Nein, ist es nicht. Feminismus kann man nicht als Konzept beschreiben und verkaufen. Feministisch sein heißt nicht, dass ich mich nie wieder schminke oder dass ich meine Katze Clara Zetkin nenne. 

Das heißt, dass die Gesellschaft (und wir Frauen auch) es als ganz normal ansehen, dass es KiTas gibt, wo Kinder bis 17 Uhr betreut werden und die keine 10 000 Euro kosten oder mit ewig langen Wartelisten.

Es bedeutet, dass ich keine  Sprüche wie „Weiber, alles klar“ oder „Blondine und Auto“ hören muss. Dass mein Lohn nicht geringer ist als beim Kollegen. 

Ein „feministisches“ Konsum Modell brauche ich nicht. Wirklich nicht.

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