Vereinsarbeit: Ja oder Nein?

Der Grund für diesen Text ist eine Frage, die ich während eines Interviews in Russland gestellt bekam: „Funktionieren diese internationalen Vereine zur Verständigung nicht nur auf dem Papier sondern wirklich?“
Diese Frage war für mich einerseits nicht wirklich überraschend, hat mich aber anderseits zu einem interessanten Gedanken gebracht: „Sehen das die Leute, die nicht involviert sind, wirklich so?“

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied in verschiedenen Organisationen, welche zum Ziel haben, die Beziehungen zwischen Ländern, in meinem Fall Russland und Deutschland, besser, stärker und intensiver zu machen.


Seit einiger Zeit höre ich in privaten und öffentlichen Diskussionen oft die Meinung, dass „nur eine Reiserei sei“, „Worte ohne wirkliche Veränderungen“ und „Schön – aber was macht und bewirkt ihr überhaupt?“.

Ist es vielleicht ein Trend, ein Zeichen der Antiglobalisierung?

Zum ersten mal war ich im Ausland, als ich 11 Jahre alt war: Mein Studio für Kinderkunst in Wolgograd machte ein Austauschprojekt mit dem Kinderstudio in der Partnerstadt Dijon in Frankreich. Für ein sowjetisches Kind war das ein neuer Planet mit gleichen Menschen. Für die kleinen Franzosen, die zu uns im nächsten Jahr kamen, das gleiche. Danach gab es noch ein Austauschprojekt mit der Niederlande und in der vorletzten Schulklasse – mit Schülern aus Ohio in den USA.

Hat es mein innere Weltwahrnehmung geändert? Bestimmt. Das hat auch definitiv meine heutige Position geformt: Ich bin für Dialoge zwischen einfachen Menschen und weniger zwischen Funktionären.


Aber die Kritik bleibt in Raum.


Deswegen mein Vorschlag an die Vereine: Sprecht laut über eure Aktivitäten, Erfolge und ganz wichtig, auch über die Niederlagen. Weil – ihr stellt eine Basis für den zukünftigen Dialog her. Vielleicht mehr als hohe Funktionäre oder Konferenzen es vermögen.


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